Giant Revolt

Riesenrevolte

Der taiwanesische Hersteller Giant hat mit dem Giant Revolt eine Rennmaschine für das pure Abenteuer auf den Markt gebracht. Vergleichstest: Gigant Anyroad und Riesenrevolte 1 Mit den Modellen Allroad und Revolt 1 gibt es zwei neue, preisgünstige Giant Modelle für Straße und Geländeform. Inzwischen hat der 2-in-1-Trend auch die Rennradindustrie erreicht: Die neuen Giant Modelle Everest und Revolt 1 wollen das Aussehen eines Rennrads mit der Robustheit und Vielfältigkeit eines Cross-Country-Bikes vereinen. Zielpublikum können Anfänger sein, die eine Rennmaschine zu fein fühlig und unangenehm finden, aber auch alltägliche Fahrer oder sportliche Radfahrer, die ein einfaches, bequemes Übungsgerät für einen raschen Übergang zwischen asphaltiertem und einfachem Terrain benötigen.

Für 1.100 Euros gibt es den Preis für den Allroad, den Revolt One nur wenig mehr für 1.199 Euros. Die Ausstattung beider Laufräder ist ebenfalls zu 90 Prozent identisch. Sonst sind alle wesentlichen Komponenten - vom Handgriff über die mechanische Scheibenbremse und 2 x Antriebe bis hin zu den Rädern und 32 Millimeter Reifen - genau gleich. Gigant erkennt die Stärke des Allroad mehr in der Straße, während im Revolt das pendelnde Element mehr in Fahrtrichtung schwingen sollte.

Neben dem abweichenden Aufbau der Gestelle besteht der Hauptunterschied darin, dass der Revolt einen um 45 mm verlängerten Achsabstand hat. Grundsätzlich ist der Umbau zum sportiven Alltags- oder Wintersportler auch mit dem Allroad möglich. In der Sitzhaltung besteht ein klarer Unterschied: Das Revolt ist bereits ein sehr bequemes Fahrrad, aber das Allroad ist ein sehr bequemes.

Beim Revolt sitzen Sie wie auf einem klassischen Marathonläufer à la Specialized Roubaix: verhältnismäßig gerade, aber ohne Zweifel immer noch rennsportlich. Bei der Anyroad hingegen kommen die Sättel und Lenkstangen senkrecht und waagerecht näher als bei jedem anderen Straßenrad. Das Sitzen ist wieder wesentlich aufgerichteter als beim Revolt.

Last but not least appelliert der Allrounder an Piloten, die immer nach der Spitze ihres Rennlenkers streben. Der hohe Handgriff erleichtert auch das Anfahren des Unterlenkers, was mehr Kontrolle über das Lenkrad ermöglicht. Beide Laufräder sind für ihren hochwertigen Gesamterscheinungsbild und die einwandfreie Funktionalität der Mechanik zu loben. Im Gegensatz zu den heutigen Spitzengruppen gibt es hier Nuancierungen.

Avid mechanische Scheibenbremse funktioniert gut mit den Bremsscheiben. Zudem weisen beide Felgen individuelle Detaillösungen auf, die auch für wesentlich teurere Modelle geeignet sind. Die Zusatz-Bremshebel am Oberlenker, die gut auf die Übersetzung der Bremse angepasst sind, bitte. Der Revolt hat ein gut durchdachtes Kunststoffsieb am unteren Rohr, das Reifen und Reiter beim Abdecken der Fahrzeuge und beim Aufräumen der Looks schont.

Und vor allem der etwas breitere Sattelzug auf dem Allroad war auch nach 90 Kilometern noch ein echter Segen. Und am Ende des Vergleiches steht die Einsicht, dass auch Fahrräder dieser Preiskategorie richtig Spass machen können, wenn sie gut gemacht sind. Aber Wettbewerbe werden bei diesen Bikes wohl kaum auf der Tagesordnung sein.

Stack/Reach: projizierte vertikale/horizontale Abmessung von der Tretlagermitte zum oberen Ende des Steuerrohrs; STR (Stack to Reach): 1,36 ist eine sehr gerade, 1,60 eine stehende Sitzeinstellung.

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