Gore Tex Wassersäule

Gore-Tex Wassersäule

Goretex steht für hochwertige, wind- und wasserdichte Outdoor-Bekleidung. Der geschweißte GORE-TEX Active Saum. Beziehung: Wassersäule & wasserdicht; Einheiten: Macht das neue Gore-Tex-Pro Material einen Quantensprung bei atmungsaktiven Regenjacken? Also Wie hoch ist die Wassersäule bei Goretex?

Ab wann ist ein Kleidungsstück wasserfest?

Unser Produkt-Spezialist Chris weiss, warum die Ermittlung der Wassersäule ein sehr harter Härtetest ist und was der so genannte Regen-Turm damit zu tun hat. Von der Wassersäule hörte ich nichts. Das ist die wissenschaftliche Erklärung für die Wassersäule: Die Wassereintrittsdruckprüfung oder hydrostatische Druckprüfung ist ein einfacher Prüfvorgang zur Ermittlung des Widerstandes gegen das Eindringen von Wasser unter dem Einfluß von Wasser.

Die Prüfung ist in einer ISO-Norm genormt. Vereinfacht ausgedrückt: Eine Gewebeprobe wird auf einer der Seiten einem ständig steigenden Druck des Wassers unterworfen, bis an drei Punkten eindringen kann. Daraus ergibt sich ein Mass für den Wasserdurchgang durch das Sieb. Die Prüfergebnisse werden als Druckwerte in Millimeter H2O angegeben und im Fachjargon als "Wassersäule" in Millimeter oder auch als "Wasserdichtigkeit" in Millimeter bezeichne.

In der Praxis ist dieser Versuch jedoch für Bekleidungsmaterialien nicht relevant. Wird beispielsweise eine Weste abgenutzt, entsteht kein elektrostatischer Aufprall, wie im Versuch nachgebildet. Auch wenn ich eine wasserfeste Hosen anhabe und in einer Wasserlache kniend, gibt es keinen großen Anpressdruck. Die Wasserpfütze in der Wasserpfütze wird von den Knien abgelenkt.

Wenn ein Tropfen Regen auf ein Bekleidungsstück trifft, ist es ein dynamischer Prozess, der im Wassersäulentest nicht nachgebildet wird. Auch Stoffe mit sehr geringen Wassersäulenwerten haben sich in der Anwendung als wasserfest erwiesen. Die EMPA ( "Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt") hat mehrere Kleidungsstücke mit einer Wassersäule von weniger als 120 Millimetern geprüft und herausgefunden, dass die Bauteile unter Bewässerung vollständig austrocknen.

Verglichen mit den großen Größen von 10.000 oder gar 20.000 Millimetern ist es kaum vorstellbar, dass daraus wasserfeste Kleidung wird. Allerdings sind Testmethoden und Resultate der Wassersäule im Fachhandel üblich, um den Wert der "Wasserbeständigkeit" zu eruieren. Es gibt jedoch kein "ein wenig wasserdicht" oder "etwas wasserdichter".

Wasserdichtheit ist ein absoluter Maßstab; entweder ist ein Werkstoff wasserfest, was heißt, dass kein Feuchtigkeit durchkommt oder nicht. Selbst ein sehr kleines Bohrloch im Werkstoff in der Grössenordnung von 10 ?m (0,01 mm) ergibt bei diesem Versuch einen Wassersäulenwert von 0 µm und wird als Leckage empfunden.

Noch kann dieser Versuch voraussagen, wie lange das Gerät wasserfest sein wird. Kurz gesagt: Der Versuch ist für die Vorhersage der Enge in der Kleidung, geschweige denn der Dauerhaftigkeit, vollkommen untauglich. Die Wasserdichtigkeit eines Teils kann nur bei Niederschlag überprüft werden. In Gore können wir in einem speziell gebauten Regentower regnen.

Diese Prüfung müssen die Protoypen sowohl im neuen Zustand als auch nach simulierter Lebensdauer durchlaufen. Erst dann können wir die permanente Wasserdichtheit des Endproduktes aufrechterhalten. Damit eine neue Jacke vom Muster zum fertigen Modell heranreift, muss sie zunächst bis zu 100 Dauertests in unseren Testlabors durchlaufen.

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