Skate Roller

Rollerskate: seit über 150 Jahren populär

Die ersten Skate Roller wurden angeblich bereits Ende des 18. Jahrhunderts konstruiert, konnten sich aber nicht etablieren. Erst um das Jahr 1850 kamen in Varietétheatern und in Zirkuszelten die ersten Rollschuhe zum Einsatz und faszinierten das Publikum. Wer es sich leisten konnte, erwarb ein Paar dieser ungewöhnlichen Fortbewegungsmittel und übte damit auf den Straßen von London, Berlin, New York oder Paris. Schon knapp 50 Jahre später ging es beim Rollerbladen nicht mehr nur um den Spaß sondern man entdeckte den Gesundheitsfaktor.

Leibesertüchtigungen waren damals gerade en vogue und so schlossen sich die Hersteller von Rollschuhen der vor allem in Deutschland um das Jahr 1900 einsetzenden Turnerbewegung an.

Jahrzehntelang war es üblich, dass die vier Rollen der Skates paarweise nebeneinander angebracht wurden. Dieser Umstand machte die Rollschuhe extrem wendig und verlangte von den Sportlern große Geschicklichkeit. Vorne, etwa auf Höhe des Ballens war ein Bremsklotz angebracht, der den Fahrer zum Stehen bringen sollte. Wer jedoch nicht dosiert mit diesem Bremssystem umging, lief Gefahr bäuchlings zu stürzen. Rollerskate und Tanzmusik wurden in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gerne kombiniert. Die Rollschuhbahnen verzeichneten einen regen Publikumsverkehr und gehörten vormals wie selbstverständlich zur Jugendkultur.

Die Erfindung der Inlineskates

Weil sich US-amerikanische Eishockeyspieler eine möglichst realistische, gute Trainingsmöglichkeit für den Sommer suchen wollten und die vier unterschiedlich angeordneten Räder der gängigen Rollschuhe das Fahrgefühl auf dem Eis nicht so recht simulieren konnten, erfand Scott Olson die Inliner. Er spielte damals ebenfalls als Profi in der NHL und hatte 1979 die revolutionäre Idee, die Rollen in einer Linie, sprich in-line anzubringen. Seine Skate Roller waren damit zwar nicht mehr so beweglich, doch ließen sie eine höhere Geschwindigkeit zu. Auch das Bremsen, Drehen und Laufen kam den Bewegungen auf den Schlittschuhen näher. Olson gründete die Firma Rollerblade. Heute gilt er als Vater aller modernen Inlineskates.

Die Mannigfaltigkeit der Inliner

Waren also die ersten Inlineskates lediglich ein Ersatz für Eislaufschuhe, entwickelte sich vor allem in den 90er Jahren eine große Bandbreite an ganz eigenen Disziplinen. Beim Aggressive Skaten geht es beispielsweise darum, möglichst spektakulär über Treppenstufen, Geländer oder andere Hindernisse zu springen, an ihren Kanten entlang zu gleiten oder über sie zu fahren. Diese dem Skateboarden verwandte Sportart verlangte die Entwicklung kleinerer Rollen und sogenannter Grindflächen. Diese lassen es zu, über Stangen zu rutschen und selbst noch auf dem Rand der Halfpipe zu glänzen. Ganz anders die Racer. Sie richten sich vor allem an Speedliebhaber, die auf asphaltierten Wegen eine möglichst rasante Fahrt hinlegen möchten. Auf großen Rollen und mit windschnittiger Kleidung versuchen diese Sportler Rundenrekorde aufzustellen.

Nächste Disziplin des Inlineskatens ist das Fitnesslaufen. Diese Sportart umfasst sämtliche Freizeitakteure und sucht nicht den Wettstreit auf einem ausgewiesenen Parcours oder einer Bahn. Es geht um die sportliche Bewegung im Outdoor-Bereich und die Stärkung der Kondition. Weitere Inlinersegmente sind das Nordic Skating mit Stöcken, das Freestyle Skaten und entlehnte Kategorien wie das Inlinefußball- oder Inlinebasketballspiel. Auch die Idee von Erfinder Olson ist nach wie vor präsent. Wenn Sie möchten, können Sie sich nämlich auch in einem Inlinehockey-Club anmelden und Ihre speziell dafür designten Skate Roller beim Spiel mit dem Puck in Szene setzen.

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