Speedklettern

Geschwindigkeitsklettern

Im Speedclimbing sagt der Name schon alles: Geschwindigkeit entscheidet über den Sieg. Beherrschung des Lead- und Speedkletterns. Der Student aus Ennsthal ist Rekordhalter im Speedclimbing. Aleksandr Huber erzählt von freien Solotouren, Speedclimbing und Highlines. Schnellklettern an der Nase - die wohl berühmteste Kletterroute der Welt.

Vorreiterrolle

Mit Merkmalen wie Stärke, Leichtathletik, Ästhetik, Körperkontrolle und Tatkraft ist das Bergsteigen in den vergangenen Jahren bei allen Alters- und Zielgruppe immer beliebter geworden: Die Bandbreite erstreckt sich vom Gesundheits- und Breitensport bis hin zum Leistungssport Bergsteigen. Die drei Sportarten im Sportklettern haben verschiedene Ansprüche an die Athleten:

Nach dem Beginn am "echten Fels" in den 80er Jahren erfolgt das Bergsteigen mit Seilen nun ausschliesslich an etwa 10-20 Metern Höhe, wo vor allem Stärke, Belastbarkeit sowie technisches und taktisches Geschick gefordert sind. Die Führung zielt darauf ab, eine Strecke innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens zu bewältigen, ohne zu fallen oder zu steigen.

Beim Vorwärtsklettern muss der Bergsteiger alle Mittelsicherungen selbst anbringen. Das Klettern erfolgt im Wettbewerb in der Regel in zwei unterschiedlichen Modi: Die Qualifizierung erfolgt im sogenannten Blitzmodus, in dem die Bergsteiger ihren Wettbewerb verfolgen können, oder ein Streckenbauer zeigt die Strecke zu Wettkampfbeginn. In der Endausscheidung müssen die Bergsteiger "onsight" klettern: Hier müssen sie vor dem Final eine Isolierzone betreten und haben 6 min Zeit, die Strecke mit den anderen Teilnehmern zu betrachten und sich die Griffsequenzen zu merken.

Danach geht es zurück in die Isolierung und die Sportler werden individuell gerufen und haben so nicht die Chance, aus den Irrtümern der anderen zu lern. Unter Bouldering versteht man das seilfreie Steigen in Sprunghöhe, bei dem weiche Bodenmatten einen möglichen Abstieg auffangen. Bei einem Bouldering geht es um die Bewältigung schwerster Einzelbewegungen oder Bewegungsabläufe.

Längst ist die Problematik des Boulderns jedoch nicht mehr das Synonym für kleinstmögliche Griffe: Im Speedclimbing sagt der Titel schon alles: Speed bestimmt den Siegeszug. Bei einem Wettkampf über mehrere K.o.-Runden, bei dem die Bergsteiger miteinander konkurrieren, bestimmt die schnelle Kraftausdauer auch den Hop oder die Spitze.

Das Speedclimbing hat in Deutschland keine so lange Geschichte wie in Russland und Osteuropa, ist aber in den vergangenen Jahren stetig gewachsen - vor allem durch den olympischen Kombi-Modus. Inzwischen gibt es eine genormte Speedwall mit einer festgelegten Grifffolge, auf der nun auch Rekorde möglich sind.

Bergsteiger müssen einen Summer am Ende der Strecke benutzen, um die Zeit anzuhalten. Die Geschwindigkeit wird von oben abgesichert (Toprope). Nachfolgend ein Überblick über die zeitliche Abfolge des Rekordes an der 15m Wand: Die Olympische Kombination vereint alle drei Kletter-Disziplinen (Führung, Bouldering, Speed). Weil in diesem Triathlon-Modus in Tokio nur (sechs) Orden verliehen werden, sollen die Sportler der Mannschaft auf die Olympiade so gut wie möglich durch diese Art von Wettkampf gerüstet sein.

Es wird in der folgenden Rangfolge gefahren: 1st Speed, 2nd Bouldering 3rd Lead. Qualifizierung und Abschluss. Die besten sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind für das Endspiel qualifiziert. Der Punktestand der Sportler ergibt sich aus der Vervielfachung der Ranglisten in den einzelnen Sportarten.

Es findet nach jeder Spielrunde eine neue Rangliste statt, d.h. die Platzierungen aus der Quali "verfallen".

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